Mit der zunehmenden Digitalisierung steigt auch die Bedrohung durch Cyberkriminalität. Besonders Ransomware-Angriffe haben 2024 einen Höchststand erreicht – laut dem Bundeslagebild Cybercrime des BKA beläuft sich der jährliche Schaden durch Cyberangriffe in Deutschland inzwischen auf rund 178,6 Milliarden Euro.
Bei Ransomware werden IT-Systeme verschlüsselt, um anschließend Lösegeld für die Freigabe zu fordern. Auch wenn es den Strafverfolgungsbehörden gelingt, die Angriffe etwas einzudämmen, bleibt Prävention die wichtigste Verteidigung.
Zahlen oder nicht? Die rechtliche Grauzone
Viele Betroffene stehen vor der schwierigen Frage: Sollten wir zahlen oder nicht? In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 950 Ransomware-Angriffe angezeigt. 90 % der Betroffenen geben an, kein Lösegeld gezahlt zu haben – eine ermutigende Zahl, wenngleich das Dunkelfeld unbekannt bleibt.
Was viele nicht wissen: Das Zahlen von Lösegeld kann strafbar sein. Je nach Fall kann dies als Unterstützung einer kriminellen Vereinigung oder als Verstoß gegen das Bereitstellungsverbot gewertet werden – etwa wenn das Geld an sanktionierte Gruppen fließt. Eine juristische Beratung ist deshalb unerlässlich.
Lösegeldzahlungen finanzieren die nächste Attacke
Wer zahlt, trägt zur Finanzierung weiterer Angriffe bei. Cyberkriminelle analysieren erfolgreich abgeschlossene Erpressungen – und kehren häufig zu Unternehmen zurück, die einmal gezahlt haben. Zahlen Sie heute, riskieren Sie einen erneuten Angriff morgen.
Keine Garantie auf Entschlüsselung
Ein weiteres Risiko: Selbst nach Zahlung besteht keine Garantie, dass die Daten wiederhergestellt werden. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind die Daten in vielen Fällen verloren – das Lösegeld fließt ins Leere.
Fazit:
Die eindeutige Empfehlung von Experten: Zahlen Sie nicht. Die Gefahr, Cyberkriminalität weiter anzufeuern, ist zu groß – und der Nutzen zu ungewiss. Stattdessen sollten Unternehmen ihre IT-Sicherheit konsequent stärken. Schwachstellen schließen, Systeme regelmäßig aktualisieren und Notfallpläne erstellen – so vermeiden Sie überhaupt erst, vor dieser schwierigen Entscheidung zu stehen.
Also lassen Sie sich gut beraten.
