Pass­wort­freie Authentifizierung

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Pass­wort­freie Authen­ti­fi­zie­rung wie FIDO2/WebAuthn redu­zie­ren klas­si­sche Angriffs­vek­to­ren wie Phis­hing oder Cre­den­ti­al-Stuf­fing und ver­bes­sern gleich­zei­tig die Nut­zer­er­fah­rung. Seit 2023 ist FIDO2 ISO-zer­ti­fi­ziert und bie­tet damit eine siche­re, stan­dar­di­sier­te Alter­na­ti­ve zu Pass­wör­tern. Benut­zer müs­sen sich kei­ne kom­ple­xen Pass­wör­ter mehr mer­ken – statt­des­sen kom­men kryp­to­gra­phi­sche Schlüs­sel­paa­re zum Einsatz.

Tech­no­lo­gien und ihre Anwen­dung in der Praxis

WebAuthn/FIDO2 nutzt Public-Key-Kryp­to­gra­phie: Beim ers­ten Anmel­den erzeugt das Gerät ein Schlüs­sel­paar, der öffent­li­che Schlüs­sel wird beim Dienst hin­ter­legt, der pri­va­te bleibt auf dem Gerät – etwa in der Secu­re Encla­ve oder auf einem Hard­ware-Token. Pass­keys ermög­li­chen gerä­te­über­grei­fen­de Nut­zung und wer­den über den Account des Her­stel­lers syn­chro­ni­siert, etwa im Smart­phone. Als Zwi­schen­lö­sung kön­nen Ein­ma­li­ge Anmel­de­links oder OTPs die­nen, die­se sind jedoch anfäl­li­ger für Account-Take­over. Für kri­ti­sche Admin-Accounts emp­feh­len sich Hard­ware-Tokens wie Yubi­Key als Standard.

Ein Roll­out-Plan mit Praxishinweisen

Star­ten Sie mit einer Pilot­pha­se in einer klei­nen Abtei­lung, bie­ten Sie Web­Authn plus Hard­ware-Token an und doku­men­tie­ren Sie Pro­ble­me beim Onboar­ding. In der Hybrid­pha­se erlau­ben Sie pass­wort­freie Anmel­dung zusätz­lich zu bestehen­den Pass­wör­tern und sam­meln Feed­back. Imple­men­tie­ren Sie siche­re Account-Reco­very-Ver­fah­ren, etwa meh­re­re veri­fi­zier­te Wie­der­her­stel­lungs­fak­to­ren statt eines ein­fa­chen E‑Mail-Resets. Dru­cken Sie Reco­very-Codes aus und lagern Sie die­se phy­sisch. In der Voll­um­stel­lung ent­fer­nen Sie den Pass­wort­zwang, schu­len Sup­port-Teams für ver­lo­re­ne Gerä­te und bie­ten Self-Ser­vice-Reco­very mit siche­rer Veri­fi­ka­ti­on an.

Fall­stri­cke und ihre Lösungen

Account-Reco­very ist der häu­figs­te Schwach­punkt: Ent­wer­fen Sie Pro­zes­se, die kei­ne neu­en Angriffs­flä­chen öff­nen, etwa durch Social-Engi­nee­ring über den Sup­port. Beach­ten Sie Nut­zer ohne moder­ne Gerä­te – behal­ten Sie einen siche­ren, aber weni­ger kom­for­ta­blen Fall­back. Bio­me­tri­sche Daten erfor­dern eine sepa­ra­te Ein­wil­li­gung nach DSGVO.

Fazit

Pass­wort­freie Authen­ti­fi­zie­rung erhöht Sicher­heit und Nut­zer­freund­lich­keit, wenn Sie mit einem kon­trol­lier­ten Pilot begin­nen, Pass­key- und Hard­ware-Token-Optio­nen anbie­ten und robus­te Reco­very-Ver­fah­ren ein­füh­ren. Der kurz­fris­ti­ge Auf­wand zahlt sich durch gerin­ge­res Risi­ko und weni­ger Sup­port­kos­ten lang­fris­tig aus.

Also las­sen Sie sich gut beraten.

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