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Open-Source-Soft­ware

Lese­dau­er 4 Minu­ten

Open Source Soft­ware (OSS) bie­tet Unter­neh­men eine Viel­zahl von Vor­tei­len, ins­be­son­de­re in Bezug auf Kos­ten, Fle­xi­bi­li­tät, Sicher­heit und Daten­schutz. Wäh­rend vie­le ande­re Bun­des­län­der wei­ter auf Micro­soft set­zen, schlägt Schles­wig-Hol­stein nun einen eige­nen Weg ein und ent­schei­det sich für Open-Source-Soft­ware.

Was ist Open-Source-Software

Open-Source-Soft­ware (OSS) ist Soft­ware, deren Quell­code für alle offen zugäng­lich ist. Das bedeu­tet, jeder kann sie nut­zen, ver­än­dern und anpas­sen – ohne teu­re Lizenz­ge­büh­ren zu zah­len. Im Gegen­satz dazu steht pro­prie­tä­re Soft­ware wie Micro­soft Office oder Win­dows, die Unter­neh­men kau­fen oder mie­ten müs­sen und deren Funk­ti­ons­wei­se nicht voll­stän­dig ein­seh­bar ist.

Digi­ta­le Souveränität

Obwohl bekannt ist, in wel­chem hohem Maß die öffent­li­che Ver­wal­tung in Deutsch­land von Micro­soft Pro­duk­ten abhän­gig ist, wird nur wenig geän­dert um eine digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tat zu erzie­len. Meh­re­re Bun­des­län­der wie etwa Bay­ern pla­nen, die Public-Cloud-Diens­te von Micro­soft zu nut­zen, trotz Beden­ken nicht nur von Daten­schüt­zern und hin­zu kom­men die hohen Kos­ten. Im Jahr 2023 zahl­te der Bund fast 200 Mil­lio­nen Euro allein für Micro­soft-Lizen­zen. Die viel dis­ku­tier­te Alter­na­ti­ve Delos Cloud, für die im Som­mer 2024 Noch-Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz warb, ist nicht nur noch teu­rer, son­dern zudem ledig­lich ein von SAP bereit­ge­stell­tes Ange­bot von Micro­softs Clouddiensten.

Der Wech­sel

Das Bun­des­land Schles­wig-Hol­stein ver­folgt seit Jah­ren einen Son­der­weg und dabei sind die hohen Lizenz­kos­ten einer der Grün­de. In einem ers­ten Schritt soll Libre­Of­fice in der Lan­des­ver­wal­tung Micro­soft Office ablö­sen. Gleich­zei­tig ist der Wech­sel von Exch­an­ge zur frei­en Alter­na­ti­ve Open-Xch­an­ge geplant. Und am Ende des Weges ist gar der Umstieg von Win­dows auf Linux anvi­siert. Die­se Open-Source-Stra­te­gie ver­kün­de­te der dama­li­ge Umwelt- und Digi­tal­mi­nis­ter Jan Phil­ipp Albrecht (Grü­ne) im Jahr 2020. Mitt­ler­wei­le ist die Staats­kanz­lei für das The­ma Digi­ta­li­sie­rung zustän­dig. Dort treibt nun der CDU-Minis­ter Dirk Schröd­ter den Umstieg vor­an, mit dem wir ein Inter­view geführt haben. Mit einem Kabi­netts­be­schluss im April 2024 lei­te­te die Kie­ler Lan­des­re­gie­rung einen schritt­wei­sen Wech­sel ein.

Vor­tei­le von Open Source

Es bestehen eini­ge Vor­tei­le durch die Nut­zung von Open Source Pro­duk­ten für Unter­neh­men. Da meis­tens kei­ne Lizen­kos­ten anfal­len sind die­se güns­ti­ger als pro­prie­tä­re Soft­ware und damit ver­bun­de­nen bestehen auch kei­ne Abhän­gig­keit von teu­ren Anbie­ter-Updates oder Lizenz­mo­del­len. Unter­neh­men kön­nen zudem den Quell­code an ihre spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se anpas­sen und die­ses unab­hän­gig von ein­zel­nen Anbie­tern. Durch den offe­nen Quell­code kann jeder den Code auf Sicher­heits­lü­cken über­prü­fen. Dadurch wer­den Sicher­heits­lü­cken oft schnel­ler gefun­den und beho­ben als bei pro­prie­tä­rer Soft­ware. Eine gro­ße Com­mu­ni­ty sorgt für kon­ti­nu­ier­li­che Ver­bes­se­run­gen und Updates. So pro­fi­tie­ren Unter­neh­men von Wei­ter­ent­wick­lun­gen durch die Open-Source-Com­mu­ni­ty anhand einer gro­ßen Nut­zer­ba­sis und Entwicklergemeinschaft.

Zusam­men­ge­fasst bie­tet Open Source für Unter­neh­men und Behör­den fol­gen­e­de Vor­tei­le:
- Kos­ten­ein­spa­rung – kei­ne teu­ren Lizenz­ge­büh­ren
- Fle­xi­bi­li­tät – Soft­ware kann an eige­ne Bedürf­nis­se ange­passt wer­den
- Sicher­heit – offe­ne Quell­codes ermög­li­chen eine schnel­le­re Erken­nung von Sicher­heits­lü­cken
- Daten­schutz – kei­ne ver­steck­ten Daten­flüs­se, vol­le Kon­trol­le über eige­ne Daten

Daten­schutz

Da Unter­neh­men selbst prü­fen kön­nen, wel­che Daten ver­ar­bei­tet wer­den und somit Daten­schutz­richt­li­ni­en ein­ge­hal­ten sind wird auch der Daten­schutz enorm gestärkt. Es bestehen auch kei­ne ver­steck­ten Daten­flüs­se oder „Black Box“-Mechanismen, wie es oft bei pro­prie­tä­rer Soft­ware der Fall ist. Vie­le Open-Source-Lösun­gen las­sen sich On-Pre­mi­ses (auf eige­nen Ser­vern) betrei­ben, sodass sen­si­ble Daten nicht in einer Cloud exter­ner Anbie­ter wan­dern. Dies erleich­tert die Ein­hal­tung der DSGVO und ande­rer Datenschutzgesetze.

Kon­trol­le

Open-Source-Soft­ware lässt sich so kon­fi­gu­rie­ren, dass die­se voll­stän­dig den Daten­schutz­vor­ga­ben ent­spricht. Unter­neh­men kön­nen daher sicher­stel­len, dass kei­ne unnö­ti­gen per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten gespei­chert oder wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Pro­prie­tä­re Soft­ware unter­liegt zudem oft aus­län­di­schen Geset­zen wie dem CLOUD Act, wel­cher Zugriff auf gespei­cher­te Daten durch Behör­den ermög­li­chen kann und Open Source ermög­licht es, Soft­ware unab­hän­gig von aus­län­di­schen Ein­fluss­fak­to­ren zu betreiben.

Fazit

Open Source bie­tet Unter­neh­men eine wirt­schaft­li­che, fle­xi­ble und siche­re Alter­na­ti­ve zu pro­prie­tä­rer Soft­ware. Beson­ders aus daten­schutz­recht­li­cher Sicht pro­fi­tie­ren Unter­neh­men von mehr Trans­pa­renz, Kon­trol­le und der Mög­lich­keit, ihre Soft­ware daten­schutz­kon­form zu betreiben.

Also las­sen Sie sich gut beraten.

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