Seit dem 2. Februar 2025 gilt gemäß der KI-Verordnung (KI-VO) eine Schulungspflicht für alle Beschäftigten, die mit KI-Systemen arbeiten. Neben der Schulung ist es für Unternehmen wichtig, klare Regeln im Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu definieren. Eine KI-Richtlinie hilft, Risiken zu minimieren und den Einsatz von KI systematisch zu gestalten.
Gründe für eine KI-Richtlinie
Unternehmen stehen vor verschiedenen Szenarien: Sie integrieren KI-basierte Lösungen, Beschäftigte nutzen private KI-Tools im Job, oder KI wird ungewollt durch Software-Updates eingeführt. Unabhängig vom Ausgangspunkt ist es entscheidend, klare Regelungen zu treffen, um einen Wildwuchs von KI-Anwendungen zu vermeiden.
Whitelist-Ansatz
Ein wichtiger Bestandteil der KI-Richtlinie ist die Einführung eines Whitelist-Ansatzes. Besonders bei der Verarbeitung personenbezogener Daten oder schützenswerter Unternehmensinformationen müssen KI-Systeme sorgfältig geprüft und freigegeben werden. Nur KI-Systeme, die explizit auf die Whitelist aufgenommen wurden, dürfen für solche Daten genutzt werden. Auch Unternehmen, die nach ISO/IEC 27001 zertifiziert sind, können auf bestehende Sicherheitsrichtlinien zurückgreifen.
Verbotene Praktiken
Unternehmen sollten den Einsatz von hochriskanten KI-Systemen, etwa für die Bewerberauswahl, untersagen, sofern diese nicht explizit genehmigt sind. Die KI-VO listet auch bestimmte KI-Praktiken, die verboten sind, wie etwa manipulative Deepfakes oder diskriminierende Entscheidungen. Diese müssen in der Richtlinie behandelt und für die Beschäftigten verständlich gemacht werden.
Transparenzpflichten und Schulung
Ab 2026 bestehen in bestimmten Fällen Transparenzpflichten, insbesondere bei Deepfakes und KI-generierten Texten, die die Öffentlichkeit informieren. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Beschäftigten die Bedeutung von Transparenzpflichten verstehen. Eine umfassende Schulung über KI, Datenschutz und Informationssicherheit ist notwendig, um den korrekten Umgang mit KI-Systemen zu gewährleisten.
Rechtsvorschriften und Datenschutz
Die Richtlinie sollte auch die datenschutzrechtlichen Anforderungen berücksichtigen, insbesondere in Bezug auf die Verarbeitung personenbezogener Daten durch KI. Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind und keine Daten für unzulässige Zwecke verwendet werden.
Urheberrechte und Unternehmenskultur
Zusätzlich zu den rechtlichen Aspekten können Unternehmen ihre KI-Richtlinie auch auf ethische und kulturelle Fragestellungen ausweiten, etwa zur Nutzung von KI für die Kundenkommunikation oder die private Nutzung von Unternehmens-KI-Tools. Klarheit über diese Themen sorgt für eine effiziente und verantwortungsvolle Nutzung von KI.
Fazit
Eine klare und gut strukturierte KI-Richtlinie ist für Unternehmen unerlässlich, um den verantwortungsvollen Einsatz von KI zu gewährleisten. Sie hilft, Risiken zu vermeiden, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig den technologischen Fortschritt zu fördern. Ein gezielter Ansatz mit einem KI-Beauftragten kann dabei helfen, diese Herausforderungen zu meistern.
Also lassen Sie sich gut beraten.
