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Digi­ta­li­sie­rung im Gesundheitswesen

Lese­dau­er 3 Minu­ten

Die Digi­ta­li­sie­rung im Gesund­heits­we­sen schrei­tet rasant vor­an. Elek­tro­ni­sche Pati­en­ten­ak­ten, Tele­me­di­zin und Gesund­heits-Apps bie­ten vie­le Vor­tei­le, stel­len aber auch hohe Anfor­de­run­gen an den Daten­schutz. Wie kön­nen Arzt­pra­xen, Kran­ken­häu­ser und ande­re Akteu­re im Gesund­heits­we­sen sicher­stel­len, dass Pati­en­ten­da­ten DSGVO-kon­form ver­ar­bei­tet werden?

Recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen für Patientendaten

Die Ver­ar­bei­tung von Pati­en­ten­da­ten unter­liegt stren­gen gesetz­li­chen Vor­ga­ben. Die Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) regelt ins­be­son­de­re den Umgang mit beson­de­ren Kate­go­rien per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten, zu denen auch Gesund­heits­da­ten zäh­len. Arti­kel 9 der DSGVO stellt hohe Anfor­de­run­gen an die Ver­ar­bei­tung die­ser sen­si­blen Infor­ma­tio­nen. Ergän­zend dazu regelt das Pati­en­ten­da­ten­schutz­ge­setz (PDSG) in Deutsch­land spe­zi­fi­sche Aspek­te des Daten­schut­zes im Gesund­heits­we­sen. Zudem ver­pflich­tet das Berufs­ge­heim­nis gemäß § 203 StGB Ärz­te und medi­zi­ni­sches Per­so­nal zur abso­lu­ten Vertraulichkeit.

Ver­stö­ße gegen die­se Rege­lun­gen kön­nen hohe Buß­gel­der und recht­li­che Kon­se­quen­zen nach sich zie­hen. Es ist daher uner­läss­lich, dass alle Betei­lig­ten die gesetz­li­chen Vor­ga­ben genau ken­nen und einhalten.

Risi­ken bei der Verarbeitung

Die Digi­ta­li­sie­rung im Gesund­heits­we­sen bringt spe­zi­fi­sche Risi­ken mit sich. Ein zen­tra­les Pro­blem ist der unbe­fug­te Zugriff auf Pati­en­ten­da­ten, der durch unsi­che­re Pass­wör­ter oder man­geln­de Zugriffs­kon­trol­len begüns­tigt wird. Auch die unsi­che­re Daten­über­mitt­lung, etwa durch unver­schlüs­sel­te E‑Mails oder den Ein­satz unsi­che­rer Mes­sen­ger­diens­te wie Whats­App, stellt ein erheb­li­ches Risi­ko dar. Zudem dür­fen Pati­en­ten­da­ten nur mit expli­zi­ter Ein­wil­li­gung oder einer gesetz­li­chen Grund­la­ge ver­ar­bei­tet wer­den. Feh­len­de Ein­wil­li­gun­gen kön­nen zu recht­li­chen Pro­ble­men füh­ren und das Ver­trau­en der Pati­en­ten in die Ein­rich­tung erschüttern.

Prak­ti­sche Lösungen

Um Pati­en­ten­da­ten DSGVO-kon­form zu ver­ar­bei­ten, müs­sen sowohl tech­ni­sche als auch orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men ergrif­fen wer­den. Tech­nisch gese­hen ist die Ver­schlüs­se­lung von Daten sowohl bei der Spei­che­rung als auch bei der Über­tra­gung uner­läss­lich. Nur auto­ri­sier­te Per­so­nen soll­ten Zugang zu Pati­en­ten­da­ten haben, was durch stren­ge Zugriffs­kon­trol­len sicher­ge­stellt wird. Bei der Nut­zung von Cloud-Lösun­gen soll­ten nur zer­ti­fi­zier­te Anbie­ter gewählt wer­den, die den Anfor­de­run­gen der DSGVO ent­spre­chen, wie etwa ISO 27001.

Orga­ni­sa­to­risch sind regel­mä­ßi­ge Schu­lun­gen der Mit­ar­bei­ter im Umgang mit Pati­en­ten­da­ten von zen­tra­ler Bedeu­tung. Alle Ver­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten müs­sen in einem Ver­zeich­nis doku­men­tiert wer­den, um Trans­pa­renz und Nach­voll­zieh­bar­keit zu gewähr­leis­ten. Ein Daten­schutz-Manage­ment­sys­tem hilft dabei, die Maß­nah­men sys­te­ma­tisch umzu­set­zen und zu überwachen.

Nut­zung von Whats­App in der Arztpraxis

Ein typi­sches Bei­spiel für Daten­schutz­ri­si­ken in der Gesund­heits­bran­che ist die Nut­zung von Whats­App zur Ter­min­ab­spra­che mit Pati­en­ten. Da Whats­App kei­ne Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung für Meta­da­ten bie­tet und die Daten auf Ser­vern in den USA gespei­chert wer­den, stellt dies ein erheb­li­ches Daten­schutz­ri­si­ko dar. Eine DSGVO-kon­for­me Alter­na­ti­ve wäre die Nut­zung eines siche­ren Mes­sen­gers wie Signal oder einer spe­zi­el­len Pra­xis­soft­ware mit inte­grier­ter Terminverwaltung.

Fazit

Die DSGVO-kon­for­me Ver­ar­bei­tung von Pati­en­ten­da­ten erfor­dert ein ganz­heit­li­ches Kon­zept aus tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Maß­nah­men. Durch die Ein­hal­tung recht­li­cher Vor­ga­ben, den Ein­satz siche­rer Sys­te­me und regel­mä­ßi­ge Schu­lun­gen kön­nen Gesund­heits­dienst­leis­ter das Ver­trau­en ihrer Pati­en­ten gewin­nen und recht­li­che Risi­ken mini­mie­ren. Daten­schutz ist kein Hin­der­nis, son­dern eine Chan­ce, die Qua­li­tät und Sicher­heit bei der Digi­ta­li­sie­rung im Gesund­heits­we­sen zu steigern.

Also las­sen Sie sich gut beraten.

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