Im Mai 2026 hat sich die EU auf den „AI Omnibus“-Deal geeinigt, um den EU AI Act praxistauglicher und bürokratieärmer zu gestalten. Doch weniger Bürokratie bedeutet im Juli 2026 keineswegs weniger Kontrolle. Im Gegenteil: Die Anforderungen an die Transparenz und die Dokumentation von personenbezogenen Daten beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz sind so konkret wie nie zuvor.
Transparenz statt Blackbox
Der Kern des AI Omnibus-Deals liegt im Kompromiss zwischen Innovationsförderung und dem Schutz von Bürgerrechten. Unternehmen dürfen KI-Modelle schneller implementieren, müssen aber präzise offenlegen, welche Datenbasis verwendet wurde.
Wenn Ihr Unternehmen KI-Tools für das Recruiting, die Kundenkommunikation (Chatbots) oder die Datenanalyse nutzt, müssen Sie im Juli 2026 nachweisen können, dass keine personenbezogenen Daten ohne Rechtsgrundlage in das Training der Modelle geflossen sind. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie Standard-Modelle (wie LLMs) mit eigenen Unternehmensdaten feintunen.
Die erweiterte Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA)
Durch die neuen Regelungen verlangen die Aufsichtsbehörden bei riskanten KI-Anwendungen standardmäßig eine erweiterte Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA). Dabei reicht es nicht mehr aus, nur die Datenspeicherung zu bewerten.
Untersucht werden muss nun auch der Faktor der „automatisierten Entscheidungsfindung“. Kann die KI diskriminierende Muster aufweisen? Wie wird garantiert, dass Betroffene ihr Recht auf menschliche Überprüfung einfordern können? Jedes Unternehmen sollte jetzt eine dedizierte KI-Richtlinie (AI Policy) besitzen.
Beim Nutzen von Drittanbieter-KI (z.B. OpenAI, Microsoft) prüfen:
- Liegt ein AV-Vertrag (Art. 28 DSGVO) vor?
- Ist das Opt-Out für das Training mit Ihren Daten aktiv?
Haftung im Fokus des Managements
Der AI Omnibus regelt auch die Haftungsketten neu. Die Verantwortung liegt nicht mehr allein beim Entwickler der KI, sondern wird spürbar auf den Betreiber (das anwendende Unternehmen) verlagert. Wer unkontrolliert sensible Kundendaten in öffentliche Prompts eingibt, haftet im Sommer 2026 direkt für die resultierende Datenpanne.
Fazit
Der AI Omnibus-Deal bringt zwar Erleichterungen bei den administrativen Prozessen, fordert aber im Gegenzug absolute Transparenz. Unternehmen müssen im Juli 2026 ihre KI-Projekte dokumentieren und absichern, um nicht in die Haftungsfalle zu tappen.
Also lassen Sie sich gut beraten.
